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Levin -4 Jahre- fährt nun auf gut schwäbisch: " Wie ne gsengte Sau!"
Rückmeldung einer Mutter zum Mobilitätstrainigskurs in Insy

Während des Kurses haben wir selbst Levin eigentlich erstmalig als sehr zurückhaltend erlebt. Ich denke , es lag auch daran, dass er zum ersten mal gemerkt hat, dass es viele Rollifahrer gibt. Dass nicht nur er im Rolli sitzt, sondern auch andere Kinder. Dies kannte er so bisher nicht. Auch gab es dort niemanden, der ihn bemitleidet hat, der im ständig sagt, was er aufgrund seiner Behinderung nicht kann.
Alles war so selbstverständlich.
Wir alle fanden den Rollikurs zwar superklasse gingen aber mit der Einstellung heim, dass er sicher wenn er älter ist, mehr vom nächsten Kurs hat, und auch mehr lernen wird.  
Weit gefehlt.. Als Levin zu Hause wieder im Rolli unterwegs war, wurde er , von Eltern unseres Regelkindergartens ständig angesprochen: "Levin, was ist denn mit Dir los? Hast Du heimlich geübt? Seit wann fährst Du selbst Rollstuhl, sonst hat doch die Mama dich meistens geschoben...?"Seine Erzieherinnen und sein Zivi sagen ebenfalls, dass er einen enormen Selbstbewußtseinskick bekommen hat.
Trotz engem Gruppenraum kommt er sehr gut zurecht und braucht nun zur Fortbewegung nur noch Hilfe, wenn er aus bzw. in den Rolli möchte.  
Den größten "Hammer" erlebten wir letzte Woche: Weil die Stadt, wo wir leben, ist komplette Hanglage. Levin fährt nun ohnehin die meiste Zeit selbständig, wenn wir außer Haus sind und es nicht allzu eilig haben. Was macht Levin: er fährt eine sehr lange Strecke bergab, mit eher schnellem Tempo ganz alleine, knapp einen Kilometer weit. Er bremst alleine, dreht sich immer wieder lachend im Kreis, wenn ich ihn ermahne nicht so schnell zu fahren!Ich kann kaum hingucken und bin ständig in „Hab acht Stellung“, um ihn notfalls doch festzuhalten.  
Wir sind einfach nur überrascht, wie nachhaltig er Neues gelernt hat und wie viel Spaß ihm nun Rollstuhlfahren macht.
Diese neue Selbständigkeit bedeutet einen deutlichen Einschnitt für sein und natürlich unser Leben.  
Sehr hilfreich empfanden wir auch die tolle Beratung, was die Rollstuhleinstellung angeht. Wir mussten erfahren, dass Levins Rollstuhl wegen mangelhafter Anpassung ihn sehr behindert hat. Schon im Kurs wurde unser Rolli umgebaut. Levins Worte, als endlich der überflüssige schulterhohe Rücken und auch die Fixationsweste ab waren: "Mama, das ist ja geil!"
Endlich sitzt Levin kerzengerade in seinem Rollstuhl und braucht diese unnötigen Begurtungen nicht mehr. Diese Erfahrung nahmen wir mit nach Hause und konnten auch weitere Hilfsmittel so abändern, dass Levin nicht mehr festgeschnallt werden braucht und damit endlich mehr Bewegungsfreiheit hat
Danke, dass ihr uns das ermöglicht habt!!!!!!!!

Autorin : Andrea Schmid